Der Asvine V126 ist ein sehr gut verarbeiteter Füller, das Preis-Leistungverhältnis ist super. Leider ist die Qualität der Federn oft nicht konsistent, mehr dazu weiter unten. Noch ein Pro-Tipp: Ein Rezensent schrieb, er wäre nicht davon begeistert, die Schraube immer auf- und zudrehen zu müssen, um Tinte nachfliessen zu lassen. Das ist aber nunmal Teil des Konstruktionsprinzips, das ist bei jedem Vakuumfüller so. Deshalb mein Tipp: Beim Schreiben einfach die Schraube leicht aufgedreht lassen, dann fliesst immer Tinte aus der Hauptkammer nach :) Jetzt zu den Federn. Egal ob Asvine, Hongdian, Jinhao, Majohn oder wie sie alle heissen - oft ist die Performance der Federn, vorsichtig gesagt, unterdurchschnittlich. Aber das Gute ist: vieles kann man selbst korrigieren und alles, was ich hier noch schreibe, habe ich auch schon selbst gemacht. Ich bin übrigens kein Feinmechaniker und habe das Fingerspitzengefühl nicht gerade erfunden ;) aber wenn ich das hinbekomme, dann können andere das auch. Für die Arbeit mit Federn empfehle ich folgendes Werkzeug: eine Juwelierlupe, eine Fühlerlehre und Micromesh-Pads (gibt’s alles hier bei Amazon). Die Fühlerlehre kommt normalerweise eingefettet, hier zuerst alles auseinandernehmen und die Blätter mit Seife oder Spülmittel reinigen. Dann alles wirklich gut trocknen lassen, sonst rostet der Stahl. Bei Federn gibt es hauptsächlich die folgenden Probleme, die oft auch zusammen auftreten: die Feder kratzt und/oder schreibt nicht in alle Richtungen gleich bzw. hat Aussetzer beim Schreiben, oft in der Schreibbewegung von oben nach unten (meistens wenn die Feder vom Hersteller zu heftig poliert wurde) und/oder es fliesst zu wenig Tinte. Häufiger Grund für kratzende Federn: Die beiden Flügel der Feder sind nicht parallel ausgerichtet, mit der Lupe sieht man das leicht, wenn man von vorne auf die Spitze schaut. Mit einem ganz leichten Druck mit den Fingern in die richtige Richtung kann man das meistens einfach beheben. Das ist in Worten schwierig zu beschreiben, deshalb empfehle ich (und zu allem anderen hier beschriebenen auch) die Youtube Kanäle von Goulet Pens, Doodlebud und Inkquiring Minds. Dort gibt es viele Videos, denen das in Nahaufnahme demonstriert wird (Suche nach „misaligned nibs“). Der nächste Schritt (falls nötig) ist das vorsichtige Schleifen mit den Micromesh-Pads, auch hier verweise ich auf Youtube. Ganz wichtig: bitte unbedingt vor dem Schleifen die Ausrichtung überprüfen (siehe oben)! Wird eine nicht ausgerichtete Feder geschliffen, dann ist sie danach mit grosser Wahrscheinlichkeit ruiniert. Schreibt der Füller zu trocken, dann ist der Grund oft, dass der Spalt zwischen den beiden Flügeln zu eng ist. Diesen Spalt kann man weiter machen, indem man vorsichtig nacheinander die Blätter der Fühlerlehre mit zunehmender Dicke (angefangen mit dem dünnsten Blatt) hineinschiebt und leicht hin und her bewegt. Auch dazu gibt es passende Videos. Am Schluss noch ein Tipp für alle, die nicht handwerklich tätig werden möchten :) Die Federn kann man oft leicht austauschen, mit den Ersatzfedern von Kaigelu (gibt es auch hier zu kaufen) habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht :) Diese Federn in Grösse 6 passen sicher in den Asvine V126, den P20 und den P50 (habe ich mit diesen Füllern selbst ausprobiert). Doug von Inkquiring Minds hat einige Videos auf Youtube dazu. Dann kann ich nur noch wünschen: Happy Writing! :)