Seit mittlerweile 1.5 Jahren besitze ich diesen Füllfederhalter und bin überaus enttäuscht. Vorweg zwei Informationen: Ich habe den Stift im Fachhandel gekauft, da ich ihn im Vergleich zu anderen Testen wollte und meine ursprüngliche Version war ein Auslaufmodell und noch versilbert, hat jedoch das gleiche Holz eingesetzt. Dieser Füllfederhalter sollte meinen zweiten Faber-Castell Ambition ersetzten. Die Gründe für den Kauf waren das schöne Design, das angenehme Schreiben, die hohe haptische Qualität und der zu verschraubende Deckel. Eigentlich war ich mit dem Ambition sehr zufrieden. Allerdings ist bei diesen nach ca. einem Jahr der Deckel so lose geworden, dass er abfällt, wenn man den Stift kopfüber dreht. Über das Design und die Haptik muss man, wenn man es klassisch mag, nicht viele Worte verlieren. Es hat meiner Meinung nach 5/5 Sternen verdient. Auch das Schreiben an sich ist sehr angenehm, eben so wie man es von einem guten Füllfederhalter erwartet. Man hat das Gefühl, die Feder berührt das Blatt kaum, so angenehm gleitet sie über dieses. Dabei ist der Stift nicht so leicht, wie z.B. das "Meisterstück" von Montblanc. Die Folge ist, dass das Schreiben einem gefühlt nicht ganz so leicht von der Hand geht, man auf Dauer aber weniger verkrampft und das Schriftbild schöner ist. Im Geschäft funktionierte mein Exemplar, nachdem man die Feder in Tinte tauchte und ohne eine Patrone eingesetzt zu haben, ohne Probleme. Aber egal mit welcher Art von Patrone war Schreiben kaum möglich. Jeder zweite Buchstabe musste nachgezogen werden, weil so wenig Tinte aus der Feder kam. An manchen Tagen war es besser als an anderen, aber im Allgemeinen indiskutabel für jegliche Art von Schreibgerät - erst Recht für ein so überaus teures. Der Tausch des ganzen vorderen Teils sollte Abhilfe schaffen. Das Problem ist nur, dass mein Exemplar nicht platiniert sondern versilbert ist. Mir gefiel er so, obwohl es ein Auslaufmodell war, besser. Die getauschten, neuen Teile sind jedoch platiniert. Nun gut damit kann ich noch leben, obwohl es Schade ist. Ich finde es komisch, dass man bei Faber-Castell auch für die hochwertigsten Baureihen, sofern das Produkt nicht mehr ganz aktuell ist, passende Ersatzteile hat. Kurz nach dem Tausch schrieb er nun, wie ich es erhofft hatte. Nur selten trat das altbekannte Problem des Tintenmangels auf. Als der Füllfederhalter in einer Klausur beschloss den Geist aufzugeben, war es mit meinem Vertrauen vorbei. Zum Glück hatte ich zufälligerweise noch einen Werbegeschenk-Kugelschreiber dabei... Hinzu kommt, dass der Stift, wenn man ihn nicht in nahezu 90° zum Blatt hält, wenig Tinte abgibt. Das fällt einem beim normalen Schreiben am Tisch nicht auf, ist aber extrem lästig, wenn man unterwegs ist und keine harte Unterlage hat. Vielleicht kann es sein, dass beide Schreibköpfe "Montagsprodukte" waren und ich bloß Pech hatte. Aber nach den Erfahrungen, die ich gemacht habe, kann ich den Stift niemanden empfehlen, der damit mehr macht, als nur zu Unterschreiben!