Die als Trainer und leichtes Kampfflugzeug konzipierte BAe Hawk wurde ab 1976 bei der Royal Air Force in Dienst gestellt. 1980 löste sie bei der RAF-Kunstflugstaffel "Red Arrows" die Folland Gnat ab und steht dort nach 30 Jahren immer noch im Dienst. Der "Falke" ist an sich schon ein sehr attraktives Flugzeug, und in der markanten Lackierung der britischen Kunstflugstaffel "Red Arrows" macht es sich besonders gut. Vor allem die Farbgebung brachte meine Tochter auch auf die Idee, den Bau dieses Modells als "Papa-Tochter-Projekt" einzufordern. Der offenbar 2000 auf den Markt gebrachte Bausatz beruht auf Formen von Italeri, ist also keine Eigenentwicklung von Revell, die ja zuletzt einige hervorragende Modelle wie die Hawker Hunter auf den Markt gebracht haben. Die Detaillierung ist insgesamt gut (vor allem, wenn man seine ersten Erfahrungen mit den "Matchbox"-Modellen der 1980er Jahre gesammelt hat...), das Cockpit ist recht ordentlich mit allem, was dazu gehört, aber ohne Decals für die Instrumente. Das lässt sich aber mit Farbe und einem Zahnstocher auch ganz gut hinbekommen. Es gibt keine nennenswerte Grate oder störende Auswurfmarken. Leider hat der Bausatz aber auch seine Mängel. Ein echtes Ärgernis ist der "smoke tank" (Rauchentwickler). Er ist auf der Verpackung korrekt abgebildet, im Bausatz aber nicht vorhanden. Stattdessen soll man bei dem - bei dieser Version nicht benötigten - Waffenbehälter für die 30-mm-Kanone einfach den Lauf der Kanone abschneiden. Das soll dann der Rauchentwickler sein. Überflüssig zu sagen, dass dieses Teil natürlich eine ganz andere Form hat. Für mein Empfinden ist das eine Frechheit. Italeri bzw. Revell hier einfach die Formen für die Kampfflugzeug-Version und rotes Plastik genommen, und fertig war der Trainer. Man muss dieses Ärgernis also hinnehmen, einen authentischer aussehenden Eigenbau hinbekommen oder auf die Red Arrows verzichten und die Schweizer Version nehmen. Die Passgenauigkeit ist insgesamt gut, Ausnahmen gibt es aber leider an zwei prominenten Stellen. Zum einen blieben bei den separat anzusetzenden Lufteinlässen hässliche, große Spalten zurück, ebenso gab es ebenfalls deutliche Fugen am Flügelansatz auf der Oberseite. Eine weitere, allerdings nicht so auffällige und leichter zu korrigierende Spalte quer zum Rumpf ergab sich nach dem Einkleben der Flügel auch auf der Unterseite. Um das zu bereinigen, muss man spachteln und schleifen, verhunzt damit zwangsläufig einen Teil der Gravuren und kann sie dann wieder mit dem Messer nachziehen. Ein kleineres Manko, das mit einem Griff in die Ersatzteilekiste zu beheben war, ist das Fehlen von Piloten. Geschmackssache ist sicher das knallrote Plastik. Die gespachtelten Stellen mussten mindestens 3 x gestrichen werden, damit sie nicht mehr heraus stachen. Einen Pluspunkt rechtfertigen hingegen die Decals , die dünn, sauber und ohne Versatz gedruckt sind. Wer Lust hat, kann alle Maschinen des Red-Arrows-Teams bauen, da die entsprechenden Codierungen mitgeliefert werden. Außerdem liegen Markierungen für eine Hawk der Fliegerschule der Schweizer Luftwaffe in Emmen bei. Auch sie hat eine recht attraktive Lackierung in rot, weiß und hellgrau. Ingesamt also kein schlechtes Model, aber nicht ohne Mängel, die einem den Spass am Bauen etwas verderben können. Wer keine Lust auf Spachteln und Schleifen hat, sollte eher die Finger davon lassen.