Das Puzzeln selbst gestaltet sich eher wie eine "Bauen nach Zahlen: die Teile sind rückseitig nummeriert und mit Richtungspfeilen für das Folge-Teil versehen, d.h. es ist sehr sehr klar was wo anzustecken ist, und man baut eher "auf der Innenseite". Den Planetenoberflächen nach zu Puzzeln wäre natürlich auch fast unmöglich, da sie sehr homogen sind und fürs Auge praktisch keine Anhaltspunkte bieten was wohin gehört. Für einen Erwachsenen ist das mit den Nummern eine eher langweilige Übung, für ein Kind das gerade die Zahlen lernt hingegen eine gute Übung. Die Kugeln sind während des Baus mittelmäßig stabil (aber nicht ärgerlich fragil), ist aber das letzte Teil platziert wird das ganze sehr solide und man muss keine Angst haben dass was auseinanderfällt. Das "Endergebnis" dieses Puzzles ist überraschend gut - die Planeten sind farblich sehr schön und glänzen. Die Planeten sind so recht anschaulich und begreifbar. Die Oberflächen sind gut dargestellt, wobei Venus ohne Atmosphäre dargestellt wird, alle anderen Planeten (die eine haben) hingegen mit. Ein kleines Manko sind die Maßstäbe ... es ist natürlich klar, dass die echten Proportionen kaum darstellbar sind, Jupiter wäre fast unbaubar riesig, Merkur praktisch nicht zu bauen. Ravensburger hat hier 3 Gruppen gebildet: die Gesteinsplaneten, wo Erde, Venus und Mars in sehr gutem Verhältnis stehen, aber Merkur so groß wie Mars ist (etwas schade aber nachvollziehbar). Die Eisriesen Uranus und Neptun, die ja praktisch gleich groß sind, da ist alles richtig (in Relation zur Erde müssten sie aber knapp doppelt so groß sein wie sie es im Puzzle sind). Und die Gasriesen Jupiter und Saturn, die nochmal etwa größer abgebildet sind als die Eisriesen. Sehr schade ist hier, dass beide Gasriesen gleich groß dargestellt werden ... Saturn bekommt dann aber noch seinen Karton-Ring aufgesetzt und wirkt dadurch plötzlich *deutlich* größer als Jupiter, der dadurch gefühlt gegen Saturn abstinkt ... was gleich mal zu Irritation beim kleinen Weltraumforscher geführt hat. (Um der Realität nahe zu kommen müssten die beiden in Relation zu den Eisriesen zudem fast 3x so groß sein wie sie abgebildet sind ... dass das nicht geht ist klar.) Die Sonne ... ich kann mir vorstellen dass da gegrübelt wurde wie das am besten (und kostengünstigsten) zu lösen ist ... das Ergebnis ist originell, aber nicht wahnsinnig überzeugend - es sind mehrere Kartonringe die ineinander aufgehängt sind und so durch verschiedene Drehwinkel eine "Kugel" formen sollen. Der Erdmond ist eine graue Hartschaum-Kugel ... warum da dieses Material gewählt wurde, statt einfach eine solide Kunststoffkugel mit echter Mondoberfläche zu bedrucken, ist mir ein Rätsel. Für alle diese Abweichungen von der Realität sind die Gründe aber nachvollziehbar (und seien es einfach die Kosten die sonst explodiert wären). Es ist nichts dabei was völlig willkürlich schlecht gemacht wurde Nicht mal die Venus ohne Atmosphäre finde ich doof, so sieht man zumindest was statt eine beige Kugel zu haben. Am meisten stört, dass Jupiter kleiner als Saturn wirkt, der hätte nochmal 30-40 Teile zusätzlich locker vertragen, hätte aber wohl die Kosten (nochmal ein Planetenradius, noch mehr Spritzgussformen) in die Höhe getrieben. Das Zubehör wirkt dann auf mich etwas seltsam ... Mit den Tellern auf denen die Planeten ruhen kann ich gut. Uranus ist mit Ring auf seinem Ständer leider nicht so weit kippbar wie er tatsächlich steht (Pol-Achse praktisch waagrecht zur Ekliptik), da eckt zuvor der Ring an, aber die Neigung ist deutlich sichtbar. Die Schnur zum Aufhängen wirkt "einfach nur dazugelegt" ... es gibt keine richtige Befestigungsmöglichkeit an den Planeten, und auch nichts "an der Decke". Kann man improvisieren, aber dann hätte ich auch gleich noch eine Schnur organisieren können. Das Poster das beiliegt hätte zumindest auf einer Seite die realen Größen- und Abstandsverhältnisse abbilden können - ein paar physische Daten werden ohnehin aufgelistet, aber eher ohne großen Plan ... stattdessen ist auf beiden Seiten eine verschiedene Version einer "fantastischen" Darstellung zu finden. Dass die Planeten da lateinisch benannt sind, ist wohl ein Kunstgriff, um Mehrsprachigkeit zu umschiffen? Zum Preis von 25 Euro, bei dem ich zuschlagen konnte, würde ich hier ganz klar 5 Sterne geben, trotz der kleinen Einschränkungen. Bei den "üblichen" 40 Euro fangen diese dann aber doch an zu wirken. 4 Sterne ist zwar etwas niedrig, aber 4,5 geht leider nicht ...